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Was bedeutet Corona für Ihr SAP-Recruiting? corona tipps, recruiting, interviews, fuer-manager Unternehmen, SAP, Recruiting, Manager, IT, Interviews, Interview, HR, Fachbereich, Empfehlungen, Corona, Bewerbungsprozess

Die Corona-Pandemie hat einschneidende Auswirkungen in allen Bereichen des Lebens. Social Distancing und Home Office erschwert bei vielen Unternehmen die Arbeit und macht viele alltägliche Abstimmungen komplexer als zuvor. Doch was bedeutet das genau für Ihr Recruiting, speziell im IT- und SAP-Umfeld?

In diesem Post möchte ich die Chance nutzen, Ihnen einerseits meine Einschätzung der Situation auf dem Kandidatenmarkt zu benennen und andererseits Handlungsempfehlungen aufzuzeigen.

Ganz grundsätzlich erwarte ich auf dem IT-Arbeitsmarkt eine weitere Zuspitzung der bereits gegebenen prekären Bewerbersituation. Dies beruht auf 2 Faktoren: In Zeiten des Social Distancings sowie der notwendigen Automatisierung gewinnen IT-Mitarbeiter für viele Unternehmen eine essentielle und unmittelbare Bedeutung. Dies dürfte dazu führen, dass die Nachfrage sehr kurzfristig stark ansteigt. Doch wie sieht die Situation auf der Kandidatenseite aus? Hier gehe ich tendenziell von einem sinkenden Wechselwillen aus. In Krisenzeiten neigen die meisten Menschen dazu, weniger Risikobereitschaft an den Tag zu legen und stattdessen das Sicherheitsdenken zu priorisieren.

Entsprechend wird das Recruiting voraussichtlich zwei neuen Belastungen ausgesetzt sein: Verstärktem Bedarf auf der Unternehmensseite und nachlassendem Wechselwillen auf der Kandidatenseite.

Welche Optionen stehen Ihnen als Hiring Manager oder Entscheidungsträger nun zur Verfügung?

Zum Einen können Sie die bestehenden Bewerbungsprozesse so belassen, wie sie waren und sind. Dies führt wahrscheinlich dazu, dass sich die Prozesse stark in die Länge ziehen aufgrund Erkrankungen auf Seiten der Gesprächsteilnehmer oder der Kandidaten. Gleichzeitig geht die Frage hiermit einher, inwieweit diese Vorgehensweise – 2-3 persönliche Vorstellungsgespräche mit 4 + x Teilnehmern – sich mit der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers verträgt. Viel mehr aber noch stellt sich hierbei die Herausforderung, dass das Risiko massiv steigt, dass Kandidaten ihre Bewerbung zurückziehen, da sie in der Zwischenzeit bereits ein anderes Angebot angenommen haben.

Zum Anderen können Sie die Möglichkeit nutzen, um neue Wege und Narrative für Ihren Bewerbungsprozess aufzusetzen. Dieses Vorgehen wird am Anfang zeit- und ressourcenintensiv sein, stellt gleichzeitig allerdings eine Möglichkeit dar, sich von alten Zöpfen  im Recruiting zu trennen. Und stattdessen neue Prozesse aufzusetzen, die Ihre Bedarfe mit denen des Kandidatenmarktes in Einklang bringen.

Grundsätzlich gilt es, die Anzahl der persönlichen Kontakte und entsprechend der Vorstellungsgespräche zu reduzieren. Hier bietet es sich an, zu hinterfragen, ob sämtliche bis dato in den Bewerbungsprozess involvierten Teilnehmer wirklich essentiell sind. Wenn es um IT-Fachthemen geht: Bietet es sich eventuell an, dass HR und Recruiting die Entscheidungsträger aus dem Fachbereich in Fragetechniken briefen und selbst nicht an den Gesprächen teilnehmen? Zudem können Sie anstelle von mehreren Vorstellungsgesprächen, die über mehrere Wochen verteilt stattfinden, ein sogenanntes One-Off Gespräche aufsetzen. An diesem nehmen sämtliche in die Entscheidung involvierten Ansprechpartner teil und treffen danach ihr Urteil. Der Vorteil für Sie und die Kandidaten: Ein schlanker Bewerbungsprozess und die Möglichkeit, das Momentum gar nicht erst abflauen zu lassen.

Einen anderen interessanten Punkt stellt sicherlich die Nutzung von Videokonferenzen, Webex, Telefoninterviews etc. dar. Wieso sollte das erste Gespräch nicht einfach per Video stattfinden? Sie haben weniger Organisationsaufwand und können sich dennoch – genau wie der Kandidat – neben der Stimme auch von der Person einen Eindruck verschaffen. Im zeitsensitiven Freelancing sind sämtliche dieser Optionen gang und gäbe und stellen eine gute Möglichkeit dar, Experten zeitnah für sich zu gewinnen.

Es kommen stürmische Zeiten auf uns Alle zu. Daher sollten Sie die Chance nutzen, die Dinge auszuprobieren, für die Sie in den letzten Jahren keine Zeit und keinen konkreten Anlass hatten. Ich denke, dass Sie dadurch eine gute Möglichkeit haben, Ihre Prozesse auf die Probe zu stellen und durch Experimentieren zukunftssichere best practices zu etablieren, die Ihnen auch über die unmittelbare Krise hinaus gute Dienste leisten werden.

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