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Hilfe, ich habe den Job geschrumpft: 5 dubiose Recruitingtaktiken, die Sie kennen sollten jumpstory download20201113 134651 1024x576  tipps, interviews, fuer-kandidaten, bewerbungen Tricks, Tipps, Schwarze Schafe, Kandidaten, Gehaltsverhandlung, Empfehlungen, Bewerbungsratgeber, Bewerbungsprozess, Bewerbungsgespräche sap personalberater SAP Kandidaten SAP Jobs

Nachdem unsere Prognosen für Kunden und SAP Kandidaten bis dato zu einem großen Part in zumindest ähnlicher Form eingetroffen sind, widmen wir diesen Beitrag einem aktuellen Problem, das wir verstärkt wahrnehmen. Da aufgrund der durch Corona ausgelösten Verwerfungen im Arbeitsmarkt aktuell mehr Kandidaten auf der Suche nach SAP Stellen sind, hat sich der Wettbewerb um die verfügbaren Stellen erhöht.

Leider gibt es derzeit einige SAP Personalberater und Recruiter, die mit zweifelhaften Methoden versuchen, von diesem Trend zu profitieren. Glücklicherweise hält sich die Zahl dieser Akteure (derzeit) noch in Grenzen, nichtsdestoweniger möchte ich Sie in diesem Beitrag für einige Vorgehensweisen sensibilisieren. Diese zielen darauf ab, Jobsuchende zu erreichen, die dabei sind, die Hoffnung zu verlieren und tendenziell offener für Positionen sein werden. Und zwar leider unabhängig von deren Qualität oder potentiellen Fragezeichen. Wichtig ist daher, dass Sie zwischen lauteren und unlauteren Absichten unterscheiden können, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Schließlich ist Ihre Karriere einer der wichtigsten Faktoren für Ihre persönliche und nachhaltige Zufriedenheit.

Aus diesem Grund nenne ich Ihnen in diesem Beitrag einige gängige Praktiken, mit denen ein potentieller neuer Arbeitgeber oder ein Headhunter versuchen kann, Sie hinsichtlich Ihrer Konditionen zu drücken.

Ihre Qualifikationen kleinreden

Die meisten Recruiter und Personalberater wissen bereits im Vorfeld eines Gesprächs schon sehr genau, für welche Position sie Sie in Betracht ziehen. Es kann gut sein, dass es sich dabei nicht um die Stelle handelt, für die Sie sich beworben haben. Sondern um eine andere Position, die dringend besetzt werden muss. In diesem Fall werden Sie Ihre Qualifikationen und Erwartungen ignorieren und versuchen, Sie zu überzeugen, dass eine andere Position eher in Frage kommt. Das ganze leider unabhängig von Ihren Wünschen und Ihrer Eignung.

Ein Punkt, an dem Sie dieses Vorgehen häufig erkennen können, ist ein sehr geringes Interesse an Ihrer Person und ihren Zielen. Ganz im Gegenteil wird ein solcher Recruiter einen sehr viel höheren Redeanteil als Sie aufweisen, weil es ihm nicht um Ihre Wünsche geht. Sondern darum, Sie von einer Position zu überzeugen.

Sehr häufig geht dies (gerade bei Personalberatungen) Hand in Hand mit der nächsten Praxis.

Eine geringer dotierte Position anbieten

Nachdem der Recruiter oder Hiring Manager Ihre Wünsche ignoriert hat und versucht hat, Sie von einer anderen Position zu überzeugen, bietet er Ihnen eine Position an, die ein geringeres Gehalt bringt als Ihre ursprünglich avisierte Position. Diese liegt häufig unter dem marktüblichen Gehalt für vergleichbare Stellen. Falls der Personalberater oder Arbeitgeber das Gefühl hat dass Sie die Position annehmen könnten, kann es vorkommen, dass er Ihnen suggeriert, dass Sie nach 6-9 Monaten ein höheres Gehalt erzielen werden. Solange dies nicht schriftlich fixiert ist und mit messbaren Zielgrößen vereinbart wurde, sollten Sie sich tunlichst nicht darauf verlassen.

Eine Sonderform dieser Praxis möchte ich Ihnen zusätzlich erwähnen, die gerade bei angloamerikanischen Personalberatungen Anwendung findet: Fishing Anzeigen. Hier werden Stellen angeboten, für die die Personalberatung entweder nicht beauftragt ist oder die gar nicht existieren. Dies dient neben dem bereits bekannten Punkt, niedrigere Positionen zu offerieren, dem Zweck, die Lebenslauf Datenbank mit hochqualifizierten Kandidaten zu befüllen.

Besseres Gehalt bei Marktkapitalisierung versprechen

Gerade bei Startups besteht häufig das Problem, dass die liquiden Mittel nicht so stark ausgeprägt sind wie bei einem Konzern oder mittelständischen Unternehmen. Auch hier kann es interessante Positionen geben, allerdings sind diese im Regelfall um einiges geringer dotiert als auf dem Markt üblich. Daher suchen diese Arbeitgeber oft Kandidaten, die für weniger Geld arbeiten werden als sie bei einem anderen Arbeitgeber erzielen könnten. Im Gegenzug wird ein starker Gehaltssprung versprochen, wenn das Unternehmen auf dem Markt etabliert ist. Bedenken Sie in einer solchen Situation ganz genau, für wie gut und realistisch Sie diese Wachstumsziele erachten. Ansonsten stellt sich für Sie sehr schnell die Frage, inwieweit Sie bares Geld verschenken.

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Die Position unerreichbar scheinen lassen

Hierbei handelt es sich um ein beliebtes Mittel, um Kandidaten zu unterminieren. Wenn die Stelle im Laufe des Gesprächs von den Anforderungen sehr viel schwieriger erscheint als in der Stellenbeschreibung, möchte Ihr Ansprechpartner normalerweise Ihr Vertrauen in Ihre Fähigkeiten senken und die Stelle knapper erscheinen lassen als sie de facto ist. Dadurch erhofft er sich meistens, dass Sie vom Gehalt und Ihren Wünschen aufgrund des drohenden gefühlten Verlusts der Chance auf die Position verhandlungsbereiter sind, als Sie sein müssten. Es kann alternativ auch sein, dass er eine andere Taktik genutzt hat. Auf diese kommen wir als nächstes zu sprechen.

Unvollständige Stellenbeschreibungen

Diese Vorgehensweise kommt leider verhältnismäßig häufig vor. Nicht selten höre ich von Kandidaten, dass sie sich eine Stelle angeschaut haben, die von den Anforderungen perfekt zu ihnen passte und sich dann im Vorstellungsgespräch über das Gespräch hinweg die Anforderungen immer wieder änderten. So wurden bei Stellen für einen Bereichsleiter plötzlich tiefgehende hands-on Kenntnisse erfordert oder von einem Entwickler langjährige Erfahrung in der Prozessberatung. Dies rührt nicht selten daher, dass ein Unternehmen die eierlegende Wollmilchsau sucht. In diesem Fall werden häufig wichtige Anforderungen nicht in der Stellenanzeige aufgeführt, da sich ansonsten niemand auf die Position bewerben würde.

Inwieweit Sie sich bei solchen zwielichtigen Geschäftspraktiken eine weiteres gemeinsames Vorgehen vorstellen können, liegt selbstverständlich bei Ihnen. Aus meiner Sicht stellt dies eine sofortige Disqualifikation aufgrund eines gravierenden Verstoßes gegen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit dar.

Sollten Sie dennoch an einer weiteren Kooperation unter diesen Umständen interessiert sein, hoffe ich, dass Sie anhand dieser Alarmsignale entsprechend sensibilisiert sind. Es gibt weiterhin genug interessante und wertschätzende Arbeitgeber, die an einer wertschätzenden und nachhaltigen Zusammenarbeit interessiert sind, als dass Sie sich vorführen lassen müssten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg für die Stellensuche und hoffe, dass dieser Beitrag Ihnen hilft, eine nachhaltige Position zu finden!

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