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Ich stehe momentan mit vielen Kandidaten in Kontakt, die sich ob der derzeitigen Situation unsicher sind, welche Auswirkungen diese auf Ihre Bewerbungen hat. Teilweise bestehen in einigen Branchen zudem Sorgen um die Sicherheit der aktuellen Stelle.

Da diese Situation komplett neu und sehr dynamisch ist und noch keine Erfahrungswerte bestehen, kann ich leider keine Wahrscheinlichkeiten anbieten sondern lediglich Annahmen oder Einzelfälle. Ich möchte daher besonders einen ganz grundlegenden Punkt empfehlen:

Bleiben Sie gelassen und warten Sie ab, wie der potentielle Arbeitgeber sich verhält.

Wie wahrscheinlich ist es, dass sich Ihr Bewerbungsprozess in die Länge ziehen wird? Offen gesprochen erwarte ich das bei vielen Unternehmen. Aufgrund Krankheitsfällen und zu kompensierenden Ausfällen in den Fachabteilungen kann es gut sein, dass Vorstellungsgespräche zunächst in der Prioritätenliste heruntergestuft werden. Wenn zusätzlich noch zuständige HR-Mitarbeiter für das Screening und die Terminkoordination ausfallen sollten, kann das ebenfalls die Prozesse negativ beeinflussen.

Andererseits: Wenn ein Unternehmen von der Krise nicht negativ beeinflusst wird, sollte es momentan Alles daran setzen, zeitnah so viele interessante Kandidaten wie möglich einzustellen, gerade im IT und SAP-Umfeld. Dies bekomme ich von einigen Kunden mit, die mich in den letzten Tagen verstärkt mit neuen Vakanzen kontaktiert haben.

Stellen Sie sich darüber hinaus darauf ein, dass der Bewerbungsprozess und auch die Vorstellungsgespräche zunehmend virtuell stattfinden werden. Dies dürfte für viele Kandidaten von Vorteil sein, da eine Videokonferenz sich mit weniger Vorlaufzeit und Organisationsbedarf einrichten lässt als ein persönliches Gespräch.

Einen dringenden Ratschlag möchte ich Ihnen ans Herz legen, wenn Sie sich in einem bereits fortgeschrittenen Bewerbungsstadium befinden: Kündigen Sie Ihr Arbeitsverhältnis nicht ohne einen schriftlichen Arbeitsvertrag. Diese Binsenweisheit gilt in einer volatilen Zeit wie jetzt mehr denn je. Ich sehe derzeit verstärkt die Gefahr, dass Unternehmen auch kurzfristig Einstellungsstopps verhängen und erst einmal abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Schlimmstenfalls kann dies dazu führen, dass bereits mündlich ausgesprochene Angebote zurückgezogen werden.

Bringen Sie sich selbst nicht in die Lage, einen Vertrauensvorschuss zu geben, der im schlimmsten Fall in Ihrer Arbeitslosigkeit resultiert. Machen Sie darüber hinaus Ihre Hausaufgaben und recherchieren Sie Ihren potentiellen neuen Arbeitgeber noch intensiver, als Sie es vor der Krise gemacht hätten. Wie steht er finanziell da? Welche Auswirkungen hat Corona bei ihm, sei es personell oder geschäftlich? Fragen Sie nach, wie die Strategie aussieht, um mit der Pandemie umzugehen. Selbst wenn Sie einen Arbeitsvertrag erhalten, genießen Sie während der Probezeit lediglich eine verkürzte Kündigungsfrist. Daher wäre ich derzeit bei von der Krise betroffenen Branchen im Vorfeld besonders vorsichtig. Sicherheit geht vor – nicht nur bei der Gesundheit.

Hilfreich in der derzeitigen Lage sind keine Annahmen sondern Tatsachen. Gerade in Anbetracht der tagtäglichen Änderungen, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mir Ihre Erfahrungen schildern: Wie wird in Ihrem Unternehmen mit der Situation umgegangen? Wie sieht es in Ihren Bewerbungsprozessen aus? Wie nehmen Sie den Arbeitsmarkt wahr? Finden vermehrt virtuelle Formate für Interviews statt? Werden Angebote zurückgezogen?

Und am wichtigsten: Bleiben Sie gesund!

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