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Ich habe gerade einen Anruf geführt, der mir aufgezeigt hat, dass sowohl auf Kunden- als auch Kandidatenseite immer wieder dabei Schwierigkeiten aufkommen, sich gegen unseriöse SAP Personalberater zur Wehr zu setzen. Daher möchte ich diesen konkreten Fall als Anlass nehmen, um potentielle Lösungsansätze für Unternehmen und SAP Kandidaten aufzuzeigen, die es „CV-Schleudern“ schwieriger machen. Und am wichtigsten: Die für Sie ohne großen Aufwand Ihrerseits Stress und potentiellen Rufschaden minimieren.

Der Hintergrund meines Falles ist folgender: Wenn ein anderer Headhunter oder ich mit einem Kandidaten zusammenarbeitet, müssen wir Doppelvorstellungen vermeiden. Eine solche würde vorliegen, falls ein Bewerber innerhalb von 12 Monaten über unterschiedliche Quellen bei einem Unternehmen vorgestellt wird. Daher bespreche ich mit SAP Kandidaten im Rahmen des Qualifikationsgesprächs immer, bei welchen Unternehmen sie sich innerhalb des letzten Jahres selbst beworben haben oder über andere Personalberatungen vorgestellt worden sind. Diese Firmen kommen dann für die restliche Zeit der 12 Monate auf eine sogenannte Blacklist, damit ich weiß, dass dort bereits Kontakt bezüglich eines SAP Jobs bestand.

Die Gründe für dieses Vorgehen sind einfach: Zum Einen kann die Vorstellung eines bereits präsentierten Kandidaten finanzielle und rechtliche Probleme aufwerfen bezüglich des Vergütungsanspruchs bei einer Einstellung. Zum Anderen geht es schlicht und ergreifend um Professionalität. Es wirkt gelinde gesagt suboptimal, wenn ich stolz einen Kandidaten vorstelle und mich darauf stolz bin wie Bolle, wenn der sich bereits vor einer Woche selbst beworben hat.

Leider gibt es – erfahrungsgemäß vor Allem bei Personalberatungen mit angloamerikanischem Hintergrund – diese Überlegung eher selten. Gerade in diesen normalerweise sehr stark kennzahlengetriebenen Unternehmen geht es in vielen Fällen primär darum, möglichst viele Kandidaten an möglichst viele Unternehmen zu senden. Kann man machen, stellt nur aus meiner Sicht nicht den Qualitätsstandard sicher, für den ich von meinen Kunden bezahlt werde. Ich sehe es zudem so, dass eine generelle Zusammenarbeit mit einem Experten keinen Freifahrtschein für mich darstellt, ohne individuelle Freigabe seinerseits seine Daten an zig Unternehmen raus zu jagen.

Nun hatte ich einen SAP Kandidaten gesprochen, der für eine Position, mit der ich beauftragt wurde, ein interessantes Profil aufweist. Wir besprachen also auch den Namen des auftraggebenden Unternehmens und er bestätigte mir, dass er dort keine Bewerbung direkter oder indirekter Natur in den letzten 12 Monaten getätigt hat. Zusätzlich bestätigte er mir dies per Mail.

Als ich ihn vorstellte, sagte mir die Ansprechpartnerin, dass er ihr vor ein paar Tagen von einer englischen Agentur vorgestellt worden war. Sie hatte ihm bereits abgesagt, da sie seine Sprachkenntnisse auf Basis der Vorstellung negativ sah.

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Ich konnte ihr selbstverständlich die Bestätigungsmail des Kandidaten weiterleiten, dass er noch von keinem anderen Unternehmen auf die Position angesprochen worden war und von mir vorgestellt werden will. Zudem konnte ich ihr versichern, dass er über gute Deutschkenntnisse verfügt und wir sämtliche Telefonate problemlos auf Deutsch gehalten haben. Das Resultat: Sie leitet ihn jetzt doch an den Fachbereich weiter, eine potentielle Absage konnte geändert werden.

Zum Anderen haben wir besprochen, dass sie zukünftig von Agenturen in einem solchen Fall die schriftliche Bestätigung des Kandidaten anfordert, dass er über sie bei diesem Unternehmen explizit vorgestellt werden möchte. Auf diese Weise können entsprechende Ansprüche sauber aufgelöst werden und eine seriöse Zusammenarbeit in enger Abstimmung lohnt sich mehr als unkontrolliertes „Mailshotten.“ Da sie genau die gleiche Situation momentan mit einem anderen SAP Kandidaten ebenfalls hat, war sie nämlich bereits ziemlich genervt. Und wenn in einer solchen Lage beide Personalberatungen eine explizite Freigabe für das Unternehmen vom Kandidaten erhalten haben (was ebenfalls vorkommen kann, der Fehler muss nicht notwendigerweise immer bei der Agentur liegen), gilt das gute alte Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“

Mit dem Kandidaten habe ich ebenfalls gesprochen und ihm folgende Schritte empfohlen:

  • Wenn der (voraussichtlich leicht panische) Anruf von der anderen Agentur kommt, eine Bestätigungsmail ablehnen
  • Darauf hinweisen, dass vor JEDER Vorstellung bei einem Unternehmen für einen SAP Job eine schriftliche Bestätigung seinerseits eingeholt werden muss
  • In Einklang mit der DSGVO eine schriftliche Auflistung einfordern, bei welchen Unternehmen er vorgestellt wurde
  • Seine persönlichen Daten bei dieser Agentur sperren lassen in Einklang mit der DSGVO
  • Seine persönlichen Daten bei dieser Agentur löschen lassen in Einklang mit der DSGVO

Mein Tipp: Nutzen Sie diese Möglichkeiten ebenfalls und setzen Sie sowohl als Hiring Manager als auch als Bewerber von Anfang an diese oder entsprechende verbindliche Grundregeln für die Zusammenarbeit für Headhunter auf die Agenda. So haben Sie eine unkomplizierte Möglichkeit, es den schwarzen Schafen zumindest schwieriger zu machen.

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